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Welche LKs sollte ich wählen? -Biologie

  • Writer: Schülerzeitung
    Schülerzeitung
  • May 5
  • 5 min read

Ein Beitrag unserer Redakteurin Thara Grün


An einem gewissen Punkt im Leben wird man mit der Frage konfrontiert: „Was möchtest du später eigentlich mal machen?“ Die einen müssen diese Frage früher, die anderen später beantworten. Für diejenigen, die den Weg zum Abitur wählen, wird der erste Grundstein für die Antwort mit der Wahl der Leistungskurse (LKs) gelegt. Allerdings ist es wirklich schwierig, die „richtigen“ Kurse zu wählen, wenn man noch keinerlei Erfahrungen aus der Oberstufenzeit hat. Genau deshalb möchte ich euch einen kleinen Einblick in alle Fächer der Oberstufe geben, die ihr als Leistungskurse wählen könnt.

Dieser Artikel beschäftigt sich jetzt nur mit dem Fach Biologie. Wenn ihr euch noch über Chemie informieren wollt: Der Artikel dazu ist schon online. 😊


Zu den allgemeinen Rahmeninformationen, die nicht nur Biologie betreffen: Im Leistungskurs schreibt man in jedem Fach zwei Kursarbeiten pro Halbjahr, mit Ausnahme des Halbjahres 11/1. Dieses zählt noch nicht ins Abitur und dient zunächst zur Gewöhnung an die neuen Anforderungen; zu denen komme ich später noch einmal. Außerdem schreibt man in diesem Zeitraum nur eine Kursarbeit pro Leistungskurs, genau wie in den Grundkursen. In den ersten Wochen gibt es außerdem die Möglichkeit, die LKs umzuwählen, sofern sie euch doch nicht gefallen.



Aber jetzt konkret zu Biologie: Was genau sollte ich vor der Oberstufe können? Sollte ich überhaupt Biologie-LK wählen? Sind meine Noten „gut genug“? Oder interessiert mich das überhaupt? All diese Fragen und noch mehr habe ich in einem Interview mit Frau Groll und Herrn Willke besprochen und versuche euch dadurch ein paar Einblicke zu geben.


Welche fachlichen Grundlagen sollte ich beherrschen?

Wie auch in vielen anderen Fächern ist es in der Biologie so, dass viele Themen aufeinander aufbauen. Das heißt, es ist beispielsweise immer noch gut zu wissen, dass Organismen aus Zellenbestehen oder wie diese aufgebaut sind. Allerdings wird all das zu Beginn der 11. Klasse im Unterricht auch noch einmal wiederholt, um alle auf den gleichen Stand zu bringen. Inhaltlich ist es natürlich gut, wenn man die grundlegenden Sachen schon verstanden hat und sich mit den einzelnen Themen tiefer auseinandersetzen will, man muss aber nicht in den Sommerferien anfangen, alles noch einmal zu lernen. Gut wäre es außerdem, wenn man aus der Mittelstufe ein allgemeines Interesse für das Fach mitnehmen konnte, darauf gehe ich aber später bei der Frage „Sind meine Noten „gut genug“ für Biologie-LK?“ noch einmal ein.


Ist Biologie mehr auswendig lernen oder allgemeines Verständnis von Zusammenhängen?

Beide Lehrer haben im Interview betont, wie wichtig das naturwissenschaftliche Denken ist. Im Vergleich zum reinen Auswendiglernen kann man sich damit nämlich mehr Aufgaben erschließen, was beispielweise für Transferaufgaben sehr wichtig ist. Das sind Aufgaben, bei denen man mithilfe der bereits erlernten Mittel versucht, ein Problem zu lösen, ohne vorher ein Lösungsschema zu kennen. Diese Aufgaben fordern ein Weiterdenken, nicht nur das Anwenden von bereits besprochenen Themen.

In einem Biologie Leistungskurs wird vor allem der Fokus auf vernetztes Denken gelegt, deshalb finde ich es auch noch einmal wichtig zu sagen, dass auswendig lernen nur begrenzt sinnvoll ist. In dem Sinne, dass man für eine gut fundierte Erklärung Fachbegriffe braucht, die man vorher auswendig gelernt hat, ist es wichtig, diese Begriffe wie Vokabeln zu lernen. Aber für die Korrektur ist ja vor allem wichtig, was inhaltlich in dem Text steht; da kann er auch noch so viele Fachbegriffe beinhalten und trotzdem keinen Sinn ergeben.


Sind meine Noten „gut genug“ für Biologie-LK?

Noten sind für keinen der Leistungskurse eine Voraussetzung; weder muss man irgendeine Note haben, um Biologie zu wählen, noch kann man „zu schlecht“ dafür sein. Manchmal ergibt sich auch eine vermeintlich schlechte Note, weil man mit der Lehrkraft nicht klar kam oder weil es einem mental nicht gut ging. Frau Groll und Herr Willke empfehlen, dass man Biologie aus der Motivation heraus wählt. Aufgrund mancher Fächerkombinationen entsteht oft die Wahl zwischen Physik, Mathe, Biologie oder Chemie. Laut Herrn Willke wird Biologie oft gewählt, da es als scheinbar „einfaches“ Fach gilt; dem ist aber nicht so. Jeder Leistungskurs ist anspruchsvoll; egal welches Fach. Der entscheidende Punkt ist jedoch, ob man bereit ist, viel Arbeit und Zeit für ein Fach zu investieren. Wer außerdem noch ein ganz gutes strukturelles, analytisches Denken besitzt, der kann problemlos Biologie als Leistungskurs wählen.

Aber auch das ist eine Kompetenz, die man auch erst in der Oberstufe erlernen kann. Denn hier zählt immer die Motivation genau das zu tun. Wie wichtig ist es in anderen Fächern wie bspw. in Mathe gut zu sein? Laut Frau Groll reicht es, wenn man in Mathe nur die einfachsten Grundlagen beherrscht, also Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Abgesehen davon fokussiert sich Biologie nicht sonderlich viel auf die Mathematik.

Viel näher sind sich dabei schon Chemie und Biologie; sowohl Herr Willke als auch Frau Groll haben die Zusammenhänge zwischen den beiden Fächern hervorgehoben: Bindungsarten und Molekülaufbau werden hier ebenfalls betrachtet, nur aus biologischer Perspektive. Durch Versuche probiert man ebenfalls Probleme zu lösen und sich zu erklären, wie die Natur funktioniert. Herr Willke betonte hier jedoch auch, dass man Chemie nicht zwangsläufig als weiteres Fach haben muss, um in Biologie mitzukommen. Im Unterricht selbst würden die einzelnen Schritte noch einmal genauer erklärt, damit auch alle mitkommen. Später in der Neurobiologie beschäftigt man sich mit einzelnen Themen der Physik; hier reicht es aber, wenn man die Grundlagen von elektrischem Strom und Ladung verstanden hat.


Inwiefern unterscheiden sich 10-Stunden-Test und eine Kursarbeit?

Wie vorhin schon erwähnt, sind Transferaufgaben in der Oberstufe wesentlich wichtiger als vorher. Je nachdem wen man in der Mittelstufe in Biologie hatte, hat man schon verschiedene Transferaufgaben gesehen oder auch nicht. Ab der 11. Klasse ist in allen Leistungskursarbeiten auf jeden Fall eine solche Aufgabe enthalten, die dann auch schwerer bepunktet wird. Alle anderen Aufgaben sind dann natürlich auch noch wesentlich komplexer im Vergleich zur Mittelstufe, aber das ist in allen Leistungskursen und nicht nur in Biologie so. Allgemein ist es in den Naturwissenschaften natürlich auch so, dass man vor der Oberstufe keine Klassenarbeit geschrieben hat; nur 10-Stunden-Tests. Diese sind auch im Vergleich zu den Hauptfächern wesentlich kürzer; das heißt der Sprung in einer Naturwissenschaft vom Nebenfach zum Leistungskurs erscheint vielleicht auch noch einmal deutlich größer im Vergleich zu ehemaligen Hauptfächern als LK.


Inwiefern unterscheiden sich Leistungs- und Grundkurs?

Sowohl im Grund- als auch im Leistungskurs behandelt man dieselben Leitthemen; Genetik, Evolution, Ökologie, Stoffwechsel, etc. Diese schreibt der Lehrplan als Pflicht- und eine bestimmte Anzahl von Wahlthemen vor. Der Unterschied zwischen den beiden Leistungsniveaus besteht hauptsächlich darin, wie tief man diese Themen behandelt. Im Grundkurs hat man die Möglichkeit eigene Themenschwerpunkte zu setzen, da man im Gegensatz zum Leistungskurs kein Zentralabitur schreibt. Dort ist es nämlich wichtig, dass alle Themen ausführlich genug behandelt werden, damit man gut auf das schriftliche Abitur vorbereitet ist.


Ganz egal wofür ihr euch im Endeffekt entscheidet, ich wünsche euch ganz viel Erfolg in eurer Oberstufenzeit!

 
 
 

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